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DSGVO-konforme Website in Österreich: Die Pflichtpunkte

Von Wolfgang Tanzmeister, Web-Resonanz9 Min. Lesezeit

Vorhängeschloss neben Dokumenten auf einem Schreibtisch im Sonnenlicht
Datenschutz auf Websites wirkt komplizierter, als er ist. Der überwiegende Teil der Anforderungen lässt sich mit wenigen sauberen Entscheidungen erfüllen – vor allem damit, weniger Daten zu erheben. Dieser Überblick fasst die Pflichtpunkte für österreichische Unternehmen zusammen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine praxisnahe Orientierung aus Sicht der Umsetzung und ersetzt keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine Rechtsanwältin oder Ihre Wirtschaftskammer.

1. Impressum und Offenlegung

Die Offenlegungspflichten ergeben sich aus dem E-Commerce-Gesetz, der Gewerbeordnung und dem Mediengesetz. Je nach Rechtsform gehören dazu unter anderem Firmenwortlaut und Rechtsform, Anschrift, E-Mail und Telefonnummer, Firmenbuchnummer und Gericht, UID-Nummer, Gewerbeart, zuständige Aufsichtsbehörde, Kammerzugehörigkeit sowie anwendbare berufsrechtliche Vorschriften. Wichtig: leicht auffindbar, von jeder Seite aus erreichbar und in Textform – nicht als Bild.

2. Datenschutzerklärung

Sie beschreibt, welche Daten zu welchem Zweck auf welcher Rechtsgrundlage verarbeitet werden, wie lange sie gespeichert bleiben, wer sie erhält und welche Rechte Betroffene haben. Der häufigste Fehler ist eine Mustererklärung, die Dienste auflistet, die es auf der Seite gar nicht gibt – oder umgekehrt jene verschweigt, die tatsächlich laufen. Gehen Sie die Seite durch und notieren Sie jeden externen Dienst: Hosting, Analyse, Karten, Video-Einbettungen, Schriften, Chat, Newsletter, Buchungssysteme.

3. Cookies und Einwilligung

Technisch notwendige Cookies (etwa für Anmeldung oder Warenkorb) sind ohne Einwilligung zulässig. Alles darüber hinaus – Statistik, Marketing, Fremdinhalte mit Tracking – braucht eine aktive Einwilligungvor dem Laden. Praktisch heißt das: keine vorangekreuzten Kästchen, Ablehnen genauso einfach wie Zustimmen, Widerruf jederzeit möglich, und die betroffenen Skripte starten erst nach der Zustimmung. Wer auf Tracking verzichtet, spart sich das Banner vollständig und gewinnt dazu Ladezeit.

4. Formulare datensparsam bauen

  • Nur Felder abfragen, die für die Bearbeitung wirklich nötig sind.
  • Zweck und Verantwortlichen direkt beim Formular nennen, mit Link zur Datenschutzerklärung.
  • Newsletter-Anmeldung getrennt und mit Bestätigungsmail (Double Opt-in).
  • Übertragung ausschließlich über HTTPS, Weiterleitung von HTTP eingerichtet.
  • Klare Aufbewahrungsdauer – Anfragen nicht dauerhaft in einem Postfach sammeln.

5. Externe Dienste prüfen

Extern geladene Schriften, Karten, Videos und Bewertungs-Widgets übertragen beim Seitenaufruf Daten an Drittanbieter. Sinnvolle Alternativen: Schriften selbst hosten, Karten als Standbild mit Klickfläche einbinden, Videos erst nach Zustimmung laden. Das ist zugleich die schnellere Variante. Wo Dienstleister personenbezogene Daten verarbeiten – Hosting, Newsletter-Versand, Buchungstools – braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag.

Kurze Kontrollliste

  • Impressum vollständig und von überall verlinkt.
  • Datenschutzerklärung deckt genau die tatsächlich eingesetzten Dienste ab.
  • Kein nicht notwendiges Skript lädt vor der Einwilligung.
  • Schriften selbst gehostet, Karten und Videos entkoppelt.
  • HTTPS überall, HTTP-Weiterleitung aktiv.
  • Auftragsverarbeitungsverträge mit allen Dienstleistern vorhanden.

Fazit

Der schnellste Weg zur rechtssicheren Website führt über Reduktion: Was nicht geladen wird, muss nicht erklärt, eingewilligt und dokumentiert werden. Ein sauberes Impressum, eine ehrliche Datenschutzerklärung und zurückhaltende Technik decken den Großteil der Anforderungen ab.

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Begriffe kurz erklärt

Die Begriffe, die in Webdesign- und KI-Projekten am häufigsten erklärt werden müssen – jeweils in einem Satz definiert, danach eingeordnet.

Individuelles Webdesign
Individuelles Webdesign bezeichnet eine Website, deren Layout, Typografie und Funktionen eigens für ein Unternehmen entworfen und entwickelt werden, statt ein vorgefertigtes Template zu befüllen.
Abgrenzung: Ein Baukasten-Template ist fertig gestaltet und wird nur mit Inhalten gefüllt. Individuelles Webdesign beginnt bei Zielgruppe und Marke und endet bei einer Struktur, die nur zu diesem Unternehmen passt.
Auch bekannt als: maßgeschneidertes Webdesign, Custom Webdesign, individuelle Website
One-Pager
Ein One-Pager ist eine Website, die alle Inhalte auf einer einzigen, scrollbaren Seite darstellt und über Sprungmarken navigiert wird.
Geeignet für klar umrissene Angebote mit einem Hauptziel, etwa einer Kontaktanfrage. Umsetzungsdauer bei Web-Resonanz: typischerweise 1–2 Wochen.
Auch bekannt als: Onepager, Single-Page-Website, One-Page-Website
Multipager
Ein Multipager ist eine Website mit mehreren eigenständigen Unterseiten, die jeweils ein eigenes Thema, eine eigene Leistung oder eine eigene Zielgruppe abdecken.
Sinnvoll, sobald mehrere Leistungen einzeln gefunden werden sollen: Jede Unterseite kann in Suchmaschinen und KI-Antworten separat ranken. Umsetzungsdauer: typischerweise 2–3 Wochen.
Auch bekannt als: Multipage-Website, Mehrseiter
Responsive Design
Responsive Design ist eine Bauweise, bei der sich das Layout einer Website automatisch an die Bildschirmgröße des Geräts anpasst – vom Smartphone bis zum großen Monitor.
Kein Zusatzfeature, sondern Grundvoraussetzung: Der überwiegende Teil der Erstbesuche auf Websites von Selbstständigen erfolgt mobil.
Auch bekannt als: mobile Optimierung, mobilfreundliche Website
SEO (Suchmaschinenoptimierung)
SEO umfasst alle technischen und inhaltlichen Maßnahmen, die dafür sorgen, dass eine Website in Suchmaschinen wie Google zu passenden Suchanfragen gefunden wird.
Technische Basis (Ladezeit, Struktur, Metadaten, strukturierte Daten) wird beim Bau gelegt. Inhaltliche Sichtbarkeit entsteht danach über Texte, die konkrete Fragen beantworten.
Auch bekannt als: Suchmaschinenoptimierung, Search Engine Optimization
GEO (Generative Engine Optimization)
GEO bezeichnet die Optimierung von Inhalten für generative KI-Suchsysteme wie ChatGPT, Google AI Overviews, Gemini, Claude oder Perplexity, die Antworten formulieren statt Linklisten auszugeben.
Zentrale Hebel: eindeutig benannte Entitäten, zitierfähige Ein-Satz-Definitionen, konsistente Fakten über alle Seiten hinweg, strukturierte Daten und eine maschinenlesbare Zusammenfassung (llms.txt).
Auch bekannt als: AI Search Optimization, KI-Suchmaschinenoptimierung, Answer Engine Optimization
CMS (Content-Management-System)
Ein CMS ist eine Verwaltungsoberfläche, über die Inhalte einer Website ohne Programmierkenntnisse geändert werden können.
Ein CMS lohnt sich, wenn Inhalte regelmäßig selbst gepflegt werden. Bei seltenen Änderungen ist die direkte Pflege durch den Entwickler oft günstiger und schneller.
Auch bekannt als: Content Management System, Redaktionssystem
KI-Assistent
Ein KI-Assistent ist ein auf firmenspezifische Inhalte trainiertes Sprachmodell, das wiederkehrende Aufgaben wie Kundenanfragen, Terminvereinbarungen oder Lead-Qualifizierung rund um die Uhr übernimmt.
Er ersetzt keine persönliche Beratung, sondern filtert und beantwortet Standardfälle, bevor ein Mensch übernimmt.
Auch bekannt als: KI-Chatbot, AI Assistant, KI-Service-Assistent

Weitere Ratgeber

Über den Autor

Wolfgang Tanzmeister ist Webdesigner und Entwickler aus Wien und betreibt Web-Resonanz als Ein-Personen-Studio. Er begleitet Selbstständige und kleine Unternehmen von der Konzeption bis zur laufenden Betreuung – ohne Agentur-Zwischenebenen, mit KI als Werkzeug statt als Ersatz für persönliche Beratung.

Kontakt: office@web-resonanz.at · +43 699 18106505